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Telefonandachten mit Diakon Gerd Fehrenbach

Beachten Sie bitte: ab Samstag, den 6. Juni wird die Anfangszeit auf 18:30h verschoben.
Auch die Telefonnummer hat sich geändert: s. Liedzettel im Anhang!
So können auch Bewohner*innen aus den Seniorenheimen nach dem Abendessen teilnehmen.
Auch haben wir Menschen angesprochen, die zu Hause bleiben müssen, da sie gepflegt werden wg. Krankheit oder Behinderung und die auf ein solches Angebot angewiesen sind.
Die Telefonandacht ermöglich, nicht nur Zuschauer oder Zuhörer zu sein, wie in TV oder Radio-Gottesdiensten, sondern aktiv teilzunehmen, einander zuhören und gemeinsam sich zu beteiligen.

Was haben Bäume mit unserem Glauben zu tun? –
Wir spannen am kommenden Wochenende im Gottesdienst der Telefon-Andacht den Bogen vom Hl. Bonifatius (einem unserer Kirchenpatrone in Dudweiler)
bis zum Heiligen Geist, gehen dabei den Weg von der Wurzel bis in die Blattspitze…
Und das Wörtchen Amen spielt dabei auch noch eine wichtige Rolle.

Gerd Fehrenbach


Bereithalten: Weihwasserschälchen, eigenes Gotteslob, Bibel, Kerze...

ein aktuelles Lied- und Gebetsblatt mit Impulsen hier

als Download:

https://www.yumpu.com/de/document/view/63450380/telefonandacht-am-66-2020-dreifaltigkeitssonntag-und-hl-bonifatius-lied-und-gebetsblatt-sowie-impulse-und-ruckmeldezettel

im Bedarfsfall schriftl. Zusendung (bitte melden)

 

Pfarrei St. Marien, Kl. Kirchenstr. 1, 66125 Saarbr. (Dudweiler)
https://www.facebook.com/stmariendudweiler/
GCL Gemeinschaft Christlichen Lebens im Bistum Trier
https://www.facebook.com/GCLimBistumTrier/
Kontakt: Diakon Gerd Fehrenbach, Tel. 0162 67 328 32

(*) Es fallen die üblichen Kosten für ein Inlandsgespräch an.

Geistliche Impulse

Impulse für Erwachsene

  • Muttergottes-Bildstock

    Wir machen uns riesige Sorgen. Wir haben beklemmende Ängste. Wir suchen die Nähe, die Gemeinschaft. Aber wir sollen zu Hause bleiben. Und das ist richtig so. Gerade ich habe uns immer wieder auf die Gemeinschaft eingeschworen, wie wichtig sie ist, um Glauben zu leben. Und jetzt? Es ist richtig, dass wir einen großen räumlichen Abstand halten. Denn gerade das bedeutet in dieser Zeit die Liebe zu unseren Mitmenschen sichtbar zu machen.  Und hierbei haben wir so viele Möglichkeiten. Seht unseren Gedenkstein! Unseren Bildstock! Ein Stein, der zum Gebet, ganz besonders zu Maria, einlädt. Wie viele Sorgen haben wir schon zu ihr getragen. Ich lade Sie ein zum Gebet.

    Vielleicht erinnert sich auch nicht mehr jeder, wie das mit dem Beten geht. Dabei konnten wir das doch auch schon vor der Coronakrise gut üben: wir können Gott auch nicht direkt von Angesicht zu Angesicht sehen und auch nicht angreifen, doch wir können zu ihm sprechen und können das Gefühl haben, dass uns dieses Gespräch Ruhe und innere Stärke gibt. Und davon brauchen wir zurzeit, soviel wir nur bekommen können. Beten können wir im persönlichen Gespräch, aber auch mit unseren alten Gebeten. Schon sehr viele Jahre bete ich in beängstigenden Situationen unsere alten Gebete, das Vaterunser, das „Gegrüßet seist du Maria“ etliche Male hintereinander und bete und bete, bis ich wieder ruhiger werde. Halten Sie es so, wie es Ihnen guttut.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • Muttergottes-Bildstock 2

    Der aufkeimende Frühling, das Licht und die Blumen sind ein Zeichen dafür, dass Gott uns nicht verlassen hat.

    Sie sollen für Sie alle auch ein Zeichen unserer tiefen Verbundenheit im Gebet sein. Vertrauen wir auf Gott und auf die Hilfe der Gottesmutter.

     

    Abbé Dr. Claude Bonsou, Kooperator

  • 4. Fastensonntag

    Der vierte Fastensonntag wird der Laetaresonntag genannt. Es ist der Sonntag, der einen tröstlichen Charakter hat, weil wir uns dem Osterfest nähern und der uns auf das neu aufgehende Licht hinweist. Zum Evangelium hören wir eine Heilungsgeschichte, die Geschichte der Blindenheilung. Eine biblische Geschichte, die uns Hoffnung macht (kann man nachlesen Joh 9, 1.6-9.13-17.34-38). Zurzeit bringen viele Menschen Anderen Heil und Heilung. Auch Menschen aus unserer Pfarrgemeinde. Viele von unseren Pfarrmitgliedern. Sie, die sich die letzten Jahre neben ihrem Beruf, ihren oft anstrengenden Arbeitsstunden, im Ehrenamt bei uns in der Pfarrgemeinde als Katecheten, Ratsmitglieder, Lektoren u.v.m. Engagieren. Sie sind Pflegepersonal und Ärzte, sind Arzthelferinnen, sie arbeiten in den Geschäften, in Apotheken, in Schulen, den Firmen, die für unser Wohlergehen arbeiten.

    Sie sorgen sich auch jetzt um uns, wollen uns mit ihren Händen und Füßen Heil schenken. Sie erinnern uns daran, dass wir Gottes Hände und Füße sein sollen.

    Vor Ihnen und euch allen haben wir große Hochachtung. Wir danken euch von ganzem Herzen, dass ihr Gottes Heil und Heilung zu uns bringen wollt. Darum bitten wir Gott alle um seinen Schutz und Schirm und dass er uns wie dem Blinden Heil schenken möge.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

     

  • 5. Fastensonntag

    Aus dem heutigen Evangelium von Johannes 11,1-45:

    Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben…..   Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.Ist das nicht ein verschämter Wunsch? Jesus soll für Maria und Martha ihren Bruder Lazarus erwecken. Verlangen sie nicht zu viel von ihm? Nicht dass er es nicht könnte, doch darf ich solch einen unglaublichen Wunsch an Gott richten? Ja, nämlich nicht „unglaublich“, nicht „Unglauben“, sondern Glauben, unermessliche Hoffnung auf Gott steht hinter dem Gespräch von Martha mit Jesus. In diesen Wochen brauchen auch wir die Hoffnung, das Vertrauen, dass wir unsere tiefen Wünsche, unsere Bitten, die uns selbst zu unerfüllbar vorkommen, zu ihm bringen können. Wir dürfen mit all unseren Bedrängnissen, unserem Leid, unseren so tiefen Sehnsüchten nach Gesundheit, nach Nähe und so vielem mehr zu Jesus kommen. Er hört unser Gebet, es bewegt ihn. Er selbst hat es uns gesagt, er ist die Liebe.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • Palmsonntag

    Man braucht ein Erfolgserlebnis, sonst schafft man es nicht. So ähnlich hat mir das heute jemand gesagt. Und ich glaube, damit hat die Person nicht unrecht.

    Denn gerade heute passt dieser Satz zum Palmsonntag! Denn war der Einzug in Jerusalem für Jesus nicht genauso ein Erfolgserlebnis in mitten einer schweren Zeit? Die Pharisäer und Schriftgelehrten beobachteten und bespitzelten ihn schon seit Wochen, um ihn anklagen zu können. Und er weiß, dass er durch dunkle Tage voller Angst und Schmerz gehen muss. Er selbst hatte gesagt, dass das Weizenkorn sterben muss, damit neues Leben entsteht.

    Und dann reitet Jesus auf dem Esel nach Jerusalem. Die Leute freuen sich und jubeln ihm zu. Sie schwingen die Palmen wie Fahnen. Es stärkt Jesu den Rücken, als er sieht, die Menschen lehnen ihn nicht alle ab. Obwohl er weiß, dass ihm noch schwere Tage bevorstehen, wird es ihm noch einmal leicht und licht ums Herz. Er kann noch einmal durchatmen.

    Auch wir brauchen in diesen Zeiten, in denen Angst, Traurigkeit und Verzweiflung an uns zerren, Erfolgserlebnisse. Wenn die Familie zusammen spielt und lacht, wenn Partner miteinander ein tiefes Gespräch führen und Gefühle offenbaren, wenn uns jemand anruft oder eine Nachricht schickt, dass man nicht vergessen ist. Erfolgserlebnisse kann man auch selbst schaffen, einen guten Kuchen backen, einen Brief schreiben, eine Maske nähen, Yoga machen und und und…

    Feiern wir Palmsonntag, damit wir uns im Dunkeln an die Lichtpunkte erinnern.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • Gründonnerstag

    Da könnte ich doch als Saarländerin richtig neidisch werden: sich mit Freunden treffen, zusammen reden und natürlich zusammen Mahl halten, oder auf saarländisch: schwenken. 

    Das fehlt uns im Moment allen sehr, den Jüngeren und den Älteren. Ja, da könnten wir am heutigen Gründonnerstag richtig neidisch werden auf Jesus und seine Jünger. Sie haben sich ganz traditionell zum Passahmahl getroffen. Jedes Jahr feiern die Juden das Passahfest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Gemeinsam wird gegessen und getrunken. So haben es auch Jesus und seine Jünger getan. Sie haben ihr Essen geteilt und dabei Gemeinschaft empfunden. 

    Ebenso haben sie miteinander geredet und auch wichtige Dinge ausgetauscht. Und das was Jesus gesagt hat, sind auch heute für uns Christen seine wichtigsten Worte. Das ist mein Leib… das ist mein Blut …tut dies zu meinem Gedächtnis. 

    Und wenige Zeit danach sehen sie Jesus nicht mehr. Sie haben keinen persönlichen Kontakt mehr. Doch, was ganz wichtig ist, sie haben die Erinnerung an ihr gemeinsames Mahl. Das ist eine gute Erinnerung. Davon zehren sie. 

    Auch wir müssen im Moment von unseren Erinnerungen zehren. Auch unsere Erinnerungen an gemeinsame Essen mit Freunden tun uns zurzeit gut. Und wie die Jünger freuen wir uns, wenn wir uns wiedersehen. Doch Jesus hat uns nicht nur die Erinnerung geschenkt. Sondern, auch wenn wir ihn nicht sehen oder berühren können, uns im Gebet die Möglichkeit gegeben weiterhin mit ihm in enger Verbindung zu bleiben. Auch wenn wir unsere Freunde und Verwandten in den nächsten Tagen nicht wie sonst treffen können, haben wir die Möglichkeit mit ihnen per Telefon, per Videokonferenz, per Skype usw. im Gespräch zu bleiben. Tun wir das in Erinnerung an gemeinsame Gottesdienste und Feste und freuen uns, wir wieder zusammenkommen dürfen.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • Karfreitag

    Lebensbaum-Kreuz

    Das Kreuz ist für uns Christen das Symbol geworden, an dem wir erkannt werden. Doch für uns ist das Kreuz weitaus mehr als nur ein Erkennungszeichen. Für uns verweist es auf den Kern unseres Glaubens. Gott selbst ist als Mensch in unsere Welt gekommen. Er hat unser menschliches Leben mit Höhen und Tiefen mit uns geteilt. Mit seinem Tod am Kreuz hat er uns einen Weg in ein neues Leben eröffnet. Gott ist in Christus einer von uns geworden. Und doch ist er Gott geblieben und geht unseren Weg fürsorglich mit uns mit. Wir spüren besonders in dieser Zeit, Gott gehört zu unserem Alltag. Und gerade jetzt gibt uns die Hoffnung Halt, dass er in unser Leben hineinwirkt.                           

    Das Lebenskreuz im Besonderen ist ein Symbol für das Miteinander der Menschen und ihrer Ideen und auch der Menschheit in Verbindung mit der Natur. Aus dem Lebenskreuz in Maria Himmelfahrt in Sbr., Dudweiler von Ernst Alt kann jeder immer wieder neues in seiner Beziehung zu Gott und seiner persönlichen Beziehung zu den Mitmenschen und zur Natur herausziehen.

    Dieses Kreuz bringt das Leid des Sterbens ebenso hervor wie die Freude des Lebens. Es verbindet beides. So erkennen wir gleichzeitig den Schmerz im gequälten Körper, wie auch die Kraft neuen Lebens, die sowohl zu sehen ist im Vogelnest wie auch in den Früchten der Erde. Es heißt, der Mensch erntet das, was er in seinem Leben gesät hat.  Doch wie die Früchte am Ende des Lebens aussehen, kann zum einen aus unseren Wurzeln, zum 

    Beispiel unseren Familien, gewachsen sein. Aber wohl noch mehr aus unserem eigenen Tun, aus dem was wir mit unseren eigenen Händen tun. Ob wir sie zur Fäusten ballen oder wie Jesus offen, verletzlich, aber auch gebend den Menschen hinstrecken. Im Kreuz erkennen wir vergangenes wie das alte Holz, ebenso wie ganz oben das neue Leben, dass wir in den kleinen Vögeln sehen können. Doch ohne das alte Holz gibt es keinen Platz für das Nest, hier das Symbol der Zukunft. Jesus schenkt sich uns am Kreuz. Ohne ihn kein neues Leben. Er schenkt uns damit Jahr für Jahr ein neues Leben. Uns fällt dabei die Aufgabe zu, Jesu Hingabe für uns zu würdigen.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • Karsamstag

    Jesus stirbt nicht für sich allein

     

    Der Karsamstag ist der Tag, an dem wir der Grabesruhe Jesu gedenken. Nach Jesu Tod am Kreuz herrscht Trauer und Stille – in den Evangelien genauso wie in den christlichen Kirchen.

    Mit der "Grabesruhe Jesu" verbinden wir die Grablegung am Abend des Todestages Jesu und das Ruhen des Leichnams Jesu in der Grabeshöhle, welche durch einen Rollstein verschlossen war, bis zur Frühe des Ostermorgens.

    Ihren liturgischen Ort findet die Grabesruhe Jesu in unserem Trierer Brauch des "Heiligen Grabes". Uns wird vor Augen gestellt, dass Jesus am Karsamstag im Grabe ruht, dass er wirklich gestorben ist – einer wie wir Menschen.

    Dieser Gedanke hat bei aller Schrecklichkeit etwas Tröstliches: Wir dürfen erfahren, dass Jesus uns als Mensch nicht nur im Leiden am Kreuz, sondern auch im Tod nahegekommen ist. Er ist nicht nur wahrer Gott, sondern auch wahrer Mensch, der alle Mühen des Menschseins mit uns geteilt hat bis in den Tod hinein.

    Mit dem Tod nimmt Jesus unseren Platz ein. Und auch diejenigen, die sich in ihrem Leben als kraftlos erfahren, die mit eigenem Versagen belasteten sind, die in ihren Beziehungen gescheitert sind und in diesem Leben alles verloren haben, können sich im Tod Jesu wiederfinden.

    Schon jetzt im Leben, und nicht erst im Tod, wird uns diese Gewissheit geschenkt. In Augenblicken der Verzweiflung, der Angst, des Schmerzes, des Verlustes, der tiefsten Trauer und des Nicht-mehr-weiter-Wissens ist ER da. Auch wenn wir seine Nähe nicht spüren, weil sich dunklen Wolken über unsere Hoffnung gelegt haben, ist ER da.

    Wenn wir uns vor dem Heiligen Grab versammeln und dort der Liebe Jesu zu uns gewahr werden, dann können wir uns als Menschen zu unserem eigenen Sterben bekennen, zur Unausweichlichkeit des persönlichen Todes, zugleich aber auch mit offenem und ehrlichem Blick auf unser Leben schauen und neue Hoffnung gewinnen.

    Mit dem Gedenken der Grabesruhe Jesu ist die Einladung zur stillen Betrachtung verbunden, bei der wir uns das Leiden und den Tod unseres Erlösers vor Augen halten, ihm für seine erbarmende Liebe danken und ihn um die Früchte der Erlösung bitten. 

    Die brennenden Kerzen am Heiligen Grab sind - wenn auch die einzigen - sichtbare Hinweise darauf, dass dieses Grab für Jesus nicht die letzte Ruhestätte geblieben und für uns zum Ort der Hoffnung geworden ist - schon in diesem Leben. Amen.

    Gerd Fehrenbach, Diakon - Ansprache zur Trauermette am Sa. 20.4. 2019

    Nachtrag 2020:
    Vielleicht wird uns in diesem Jahr die Stille am Karsamstag besonders eindrücklich werden, angesichts des reduzierten, öffentlichen Lebens
    und der Ruhe, die auf unseren Straßen liegt, und der fehlenden Gottesdienste in diesen Tagen. Vielleicht wird angesichts des Frühlingswetters eine andere Stimmung aufkommen. Der Karsamstag lädt ein zum tiefen Ausatmen, zugleich erfährt er seine Tiefe durch die Botschaft, dass Jesus stellvertretend unser aller Tod geteilt hat und nichts uns von seiner Liebe trennen kann.

  • Ostersonntag

    Ostern sprengt Grenzen!

    Wir teilen gerne unsere Welt ein in die unterschiedlichen Lebensbereiche: Beruf und Urlaub, Privatsphäre und Gesellschaft, oder Kirche und Welt. Diese Aufteilung lässt den Bezug unseres Glaubens zum Lebensalltag verlieren oder lässt ihn in einer Sonderwelt stattfinden. 

    Durch die Weisung, während der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben, habe ich neu erfahren, dass mein Glaube dort gefordert ist, wo ich gerade bin. Kirche hat ihren Platz bei mir zu Hause und lebt zugleich in weltweiter Verbundenheit mit allen Christen.

    Ostern schenkt uns heute wie damals den Jüngern die Erfahrung, dass die Grenzen unserer Wahrnehmung und unseres Erlebens überschritten werden: Jesu ist nicht mehr in einer körperlichen Weise unter uns, doch er berührt unsere Herzen. Jeder von uns ist persönlich gerufen, dabei finden wir in Seinem Geist zu einer neuen Gemeinschaft zusammen. 

    Ostern sprengt alle Grenzen! 

    Wir sind eingeladen, die uns notgedrungen auferlegten oder bewusst gewordenen Grenzen im alltäglichen Miteinander wahrzunehmen und zu überwinden: Mit offenen Augen nehmen wir wahr, wo in der Nachbarschaft tatkräftige Hilfe gebraucht wird. Mit viel Herz und Kreativität können wir den Menschen in den Altenheimen unsere Verbundenheit nahebringen. In Gebet und Hilfe öffnen wir unser Ohr für das Leid der Erkrankten, gedenken der Opfer der Corona-Pandemie oder solidarisieren uns mit den Notleidenden in aller Welt.

    Ostern sprengt alle Grenzen, und wir können zu Brückenbauern für andere werden...! Mitten im Alltag können wir Gottes Spuren entdecken und im Mitmenschen Christus begegnen. Sein Geist führt uns durch den Tod in ein neues Leben, schon heute, im Hier und Jetzt.

    Ostern sprengt alle Grenzen!

    Die Seelsorger und alle Mitarbeitenden der Pfarrei St. Marien grüßen Sie herzlich und wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

     

    Lied zum Hören und Mitsingen: „Er ist wieder da“ (Kurt Erlemann, 2014)http://www.neue-kirchenlieder.de/data/Er%20ist%20wieder%20da%2005.mp3

    Bildcollage: Nicole Zink

    Text: Gerd Fehrenbach, Diakon

  • Ostermontag

    Frühmorgens nach Emmaus gehen
    Ganz früh am Morgen, wenn es noch dunkel ist, lade ich Sie ein, mit mir hinaus in die Natur zu gehen. Noch kann man nicht viel sehen, darum aber umso mehr hören. Ich schließe die Augen und höre zu. Während ich dem Vogelgezwitscher zuhöre, wandern meine Gedanken. Und ich freue mich,
    dass die Natur erwacht. Ich bin froh, dass ich Teil davon sein darf. Beim Zuhören kann ich entspannen und mich öffnen für einen neuen Tag. So erlebe ich mit wie es langsam heller. Mit dem Licht kommt eine neue Komponente hinzu. Auch in mir wird es heller, als ob die ersten Sonnenstrahlen mir in mein Herz leuchten könnten.
    Mir fällt dazu ein Lied von „Rosenstolz“ ein. In „Gib mir die Sonne“ geht es darum, dass man das Dunkel, die Trauer zulassen muss, um es überwinden zu können und sich wieder auf die Sonne zu freuen.
    Und ich trage mein Herz offen
    Alle Türen ganz weit auf
    Hab keine Angst mich zu verbrennen
    Auch wenns weh tut
    Nur was weh tut, is auch gut
    Gib mir Sonne
    Gib mir Wärme
    Gib mir Licht
    All die Farben wieder zurück
    Verbrenn den Schnee
    Das Grau muss weg
    Schenk mir 'n bisschen Glück
    Feier das Leben, feier das Glück
    Feier uns beide, es kommt alles zurück
    Feier die Liebe, feier den Tag
    Feier uns beide, es ist alles gesagt
    Hier kommt die Sonne, hier kommt das Licht
    Siehst du die Farben, kommen alle zurück
    Die Sonne

    Und dann kommt mir eine Erinnerung; früher habe ich mich am Ostermontag mit Kommunionkindern getroffen, wir waren ganz früh im Wald und haben anschließend zusammen gefrühstückt. Wir haben
    gemeinsam das Brot geteilt. Und haben dann zusammen die Emmausgeschichte gehört.
    Zwei Jünger machten sich auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Beide waren traurig und ohne Hoffnung, denn sie hatten Jesu Kreuzigung miterlebt. Nun sprachen sie über die zurückliegenden Ereignisse. Sie bemerkten in ihrer Trauer auch nicht, dass Jesus hinzukam und mit ihnen ging. Beide waren sie wie mit Blindheit geschlagen und obwohl er da war, erkannten sie ihn nicht. Jesus fragt sie, worüber sie reden. Die Jünger erzählen ihm, dass Jesus, auf den sie so große Hoffnungen gesetzt haben, am Kreuz gestorben ist. Und auch, dass sie den Frauen, die gesagt haben, dass Jesus auferstanden ist, nicht richtig glauben können. Doch der Fremde erklärt ihnen alles. Jesus musste doch sterben, um in die Herrlichkeit zu gelangen. In Emmaus bitten sie ihn mit ihnen zu essen. Während des
    Abendessens sprach Jesus ein Gebet, er brach das Brot und gab jedem von ihnen ein Stück. In diesem Augenblick wussten sie genau: Das ist Jesus. Ihre Augen und Gedanken waren von der Dunkelheit befreit und sie erkannten Jesus. Und im selben Moment war Jesus nicht mehr zu sehen, doch die Jünger wussten, was sie erlebt hatten. (LK 24,13-35 kurzgefasst)
    Und das ist es, was wir heute wieder erleben dürfen. Jesus zeigt und erklärt uns Gottes Schöpfung. Er vertraut sie uns an und sagt, macht was draus. Doch er erklärt uns auch, dass unsere Erde, unsere Natur nicht ohne die Sonne leben kann. So wie auch wir Menschen nicht ohne Jesus leben können. Und weiter erklärt er uns, dass wir die Gemeinschaft der Menschen brauchen. Und ebenso brauchen die Menschen die Gemeinschaft mit Jesus. Der Weg nach Emmaus ist ein Weg in die Zukunft. Und diesen Weg müssen wir nicht alleine gehen. Jesus Christus, Gott ist bei uns.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • 2. Sonntag der Osterzeit

    Beim nächsten Mal mache ich es besser!

    Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 3,11-17

    Petrus und Johannes hatten im Tempel einen Gelähmten geheilt.

    11Da er sich Petrus und Johannes anschloss, lief das ganze Volk bei ihnen in der so genannten Halle Salomos zusammen, außer sich vor Staunen.

    12Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk: Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann?

    13Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen.

    14Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert.

    15Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.

    16Und weil er an seinen Namen geglaubt hat, hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht; der Glaube, der durch ihn kommt, hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt.

    17Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer.

     

    Es ist nicht die Lesung dieses Sonntags. Und ich weiß auch, dass dieses Ereignis erst in der Zeit nach Christi Himmelfahrt geschehen sein kann. Diesen Teil einer Lesung habe ich am letzten Donnerstag gelesen. Also nur eine Woche nach dem Gründonnerstag und der darauffolgenden Nacht, in der Jesus verhaftet wurde und Petrus ihn dreimal verleugnet hat. Und hier spricht er, dass die Anderen, die Jesus wahrscheinlich viel weniger gekannt haben und viel weniger die Lehren Jesu persönlich gehört haben, die ihn wahrscheinlich selten gesehen haben, dass diese Anderen Jesus verleugnet haben. Und während die Frauen am frühen Sonntagmorgen mutig zum Grab gingen, während diese zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung wurden, haben sich Petrus und die anderen Jünger voller Angst und Hoffnungslosigkeit in einem Haus in Jerusalem versteckt. Doch glauben Sie nicht, dass ich jetzt über Petrus herziehen möchte. Ich will uns vielmehr mit ihm vergleichen. Und uns so Mut zusprechen. Angst lähmt und macht unkreativ. Doch diese Phasen haben wir alle, insbesondere in diesen letzten Wochen. Wir können uns nicht vorstellen, wie‘s weitergeht. Doch zurück geht es auch nicht. Und ohne Schutz trauen wir uns vielleicht gar nicht hinaus. Die Apostel haben dazu 50 Tage geschenkt bekommen. Sie haben sich zurückgezogen, lernten ihre Angst in den Griff zu bekommen, haben gebetet und haben viel über sich nachgedacht. Dann kam Pfingsten und der Heilige Geist. Er war es, der sie „unter seine Fittiche nahm“, der ihnen Mut gab und Charismen schenkte. Er hat aus dem ängstlichen, verleugnendem Petrus einen veränderten Menschen gemacht. Das kann uns ein Beispiel sein. Nutzen wir die Zeit, uns selbst besser kennen zu lernen. Und nutzen wir die Zeit, um ehrlich zu uns zu sein. Gehen wir dabei aber nicht so streng mit uns um, sondern lernen wie Petrus aus unseren Fehlern. Werden wir kreativ. Sollten Sie dazu Ideen haben, die vielleicht allen helfen können, schreiben Sie sie uns.

    Ute Gress, Gemeindereferentin

  • 3. Sonntag der Osterzeit

    Geduld und logisches Denken

    Hü und hott, vorwärts, bremsen, lockern, zu früh, Masken nein, Masken ja…. Ich könnte mit allen Corona-Aussagen Seiten füllen. Aber das brauche ich nicht. Das wird ja bereits gemacht. Sondersendungen, Berichterstattungen, Interviews… Jeder hat was zu sagen. Und jeder hat viel zu sagen. Wir hören was Positives und sind hoffnungsvoll. Kurze Zeit später weisen die anderen darauf hin, dass Risiken, Nebenwirkungen, Rückschläge und unbestimmte Zeitangaben damit verbunden sind. Also ist unsere Hochstimmung wieder gedämpft. Und es wird geredet und geredet. Selbst eine Vielrednerin wie mich nervt es hochgradig.

    Doch der, der im Johannesevangelium (Joh 1,1) das Wort genannt wird, macht es im heutigen Evangelium (siehe nachfolgend) anders. Er benennt das Problem und gibt den Jüngern einen Lösungsvorschlag. Gut, ihnen wird gleich geholfen und sie gehen kein Risiko ein, wenn sie das Netz auf der rechten Seite auswerfen. Mit den Jüngern brauchen wir uns also heute nicht zu vergleichen. Doch was ist mit Jesus? Er hat das Problem genannt und er kennt die Lösung. Und dann dauert es eine Zeit lang, bis die Netze im Wasser sind, bis die Fische auch wirklich alle im Netz sind, bis die Netze an Land gezogen sind und bis sie wirklich sich zum Essen ans Feuer setzen können. In dieser Zeit wartet er geduldig bis die Situation beendet ist.

    Wir hingegen haben mit dem „geduldig sein“ im Moment große Probleme. Das Problem ist das Coronavirus und an der Lösung arbeitet die Medizinforschung. Die Ungeduldigen unter uns (auch ich) müssen warten, bis die Zeit gekommen ist. Da hilft uns nichts, wenn wir jedes Detail zerreden. Das ist keine Riesenweisheit und hilft auch nicht denen, die um Existenzen bangen. Doch es zeigt uns, dass alles Reden, das verwirrt und Angst schürt, uns nur noch mehr belastet.

    Wir alle haben zwar nicht die Verklärung Jesu, die das Göttliche in ihm zeigt und ihn über dem Irdischen stehen lässt; aber ein bisschen mehr Abgeklärtheit wünschen wir uns für uns alle doch. Etwas abgeklärt sehen heißt, etwas mit Weisheit und besonnen sehen. Übrigens, um noch einmal an das Wort Gottes zu erinnern (Joh1,1), das „Wort“ heißt auf Griechisch „Logos“. Und ist logisches Denken nicht das gleiche wie vernünftig und klar Denken? Versuchen wir darum in dieser Woche geduldig zu sein und logisch zu denken. Denken wir im Sinne Jesu und schützen unseren Nächsten.

    Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 21,1-14

    In jener Zeit
    offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal,
    am See von Tibérias,
    und er offenbarte sich in folgender Weise.
    Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus,
    Natánaël aus Kana in Galiläa,
    die Söhne des Zebedäus
    und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
    Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen.
    Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit.
    Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot.
    Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
    Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
    Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
    Jesus sagte zu ihnen:
    Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?
    Sie antworteten ihm: Nein.
    Er aber sagte zu ihnen:
    Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus
    und ihr werdet etwas finden.
    Sie warfen das Netz aus
    und konnten es nicht wieder einholen,
    so voller Fische war es.
    Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus:
    Es ist der Herr!
    Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei,
    gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war,
    und sprang in den See.
    Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot
    – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt,
    nur etwa zweihundert Ellen –
    und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
    Als sie an Land gingen,
    sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer
    und darauf Fisch und Brot liegen.
    Jesus sagte zu ihnen:
    Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
    Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land.
    Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,
    und obwohl es so viele waren,
    zerriss das Netz nicht.
    Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!
    Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du?
    Denn sie wussten, dass es der Herr war.
    Jesus trat heran,
    nahm das Brot und gab es ihnen,
    ebenso den Fisch.
    Dies war schon das dritte Mal,
    dass Jesus sich den Jüngern offenbarte,
    seit er von den Toten auferstanden war.

  • 4. Sonntag der Osterzeit

    R e t t u n g s t ü r

     

    Jesus spricht im Sonntagsevangelium (Joh 10,1-10)

    bildhaft von  d e r  T ü r , durch die wir Einlass finden.

    Ich suche gleichsam durch diese Tür einen Zugang zu Jesus.

     

    Welche Tür haben Sie vor Augen,

    wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung betreten?

    Eine aus Holz, massiv und schwer,

    der man das ehrwürdige Alter ansieht?

    Eine moderne Tür, die sich für Sie automatisch öffnet,

    wenn Sie näherkommen?

     

    Meine Haustür ist eher unscheinbar.

    Sie dient ihrem Zweck.

    Sie gibt das Gefühl von Schutz während der Nacht,

    wenn sie fest abgeschlossen ist.

    Sie öffnet sich für alle, die zu uns kommen.

    Durch den Glaseinsatz fällt Licht in den Treppenhausflur.

    Ich kann schauen, wer draußen vor der Tür steht.

    In Corona-Zeiten ist es angeraten, regelmäßig

    den Türgriff zu reinigen, damit keine Infektion weitergereicht wird.

     

    Welche Tür haben meine Gäste vor Augen,

    wenn sie mich besuchen kommen, bei mir läuten

    oder von mir an der Tür empfangen werden?

    Wie einladend oder abweisend wirkt meine Tür

    auf Fremde, die vorbeikommen?

    Es heißt, die Tür sei die Visitenkarte des Hauses.

     

    Jesus beschreibt sich als  d i e  T ü r ,

    durch die wir hindurchgehen müssen,

    ohne die wir nicht zu ihm finden.

    Er begegnet uns als Hirte,

    der in der Tür Ein- und Auslass gewährt.

     

    Ich wünsche mir, Jesus besser kennenzulernen,

    seine Stimme zu hören.

    Was führt mich zu ihm hin?

    Ich sinne nach, wie er mich durchs Leben führt,

    mich lenkt, mich rettet.

    Ich vertraue mich ihm an, weil er ein Herz für mich hat

    und für alle, die zu ihm gehören.

     

    In der Corona-Krise sind wir auf unsere eigene Häuslichkeit

    zurückverwiesen.

    Ist mein Zuhause ein Raum des Glaubens,

    in dem ich ein Ohr für Jesu Stimme habe?

    Kann ich seinen Ruf heraushören

    aus den vielen Meinungen, Fake News und Good News

    dieser Tage?

    Wie begegnet er mir – als Einladender, der mich aufnimmt,

    als Gast, der an der Tür meines Herzens anklopft?

    Schließlich, wo begegne ich ihm im Alltag,

    zusammen mit denen, welche mit mir im Haus

    wohnen?

     

    Gerd Fehrenbach, Diakon

  • 5. Sonntag der Osterzeit

    Am Ende des Weges…

     

    Wie geht es mit uns weiter?
    Wohin führt unser Weg?
    Geht er bis zu einem Ende?
    Führt er mich zum Ziel?
    Endlich und zu guter Letzt?!
    Oder ist bereits der  W e g  das Ziel?


    Unterwegs, aber doch nicht am  Z i e l  des Weges.
    Unsere menschliche Sehnsucht
    greift über das Gegenwärtige hinaus.
    Schaut nach vorne
    auf den Weg, der vor uns liegt.
    Unser Glaube erhofft „mehr“.
    Verspricht Erfüllung.

    Unser Weg birgt Höhen und Tiefen.
    Lädt ein zum Innehalten.
    Zum Weitergehen.
    Bringt Gefahren mit sich.
    Erscheint manchmal ausweglos.
    Sogar hoffnungslos.

    Jesus bietet sich an als der W e g ,
    auf dem wir gehen:
    alleine oder gemeinsam.
    Mit IHM.
    ER mit uns.

    Die  W a h r h e i t  , die wir erkennen,
    lässt sich nur mit Liebe ertragen.
    Leidvoll oder ahnungsvoll.
    Das  L e b e n , das uns Jesus
    auf dem Weg mit IHM erfahren lässt,
    bedeutet:
    Ankommen im Haus SEINES Vaters.

    Versöhnung, Gemeinschaft, Leben in Fülle.
    Gut, dass Jesus uns vorausgeht
    auf unserem Weg,
    und eine Bleibe für uns vorbereitet.
    Bis wir dort ankommen.
    Bis wir wirklich erfahren können:
    „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“

    Jesus spricht:
    „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
    Niemand kommt zum Vater außer durch mich“. (Joh 14,6)

     

    Viele Grüße von unterwegs,

    Gerd Fehrenbach

  • 6. Sonntag der Osterzeit

    Die Wahrheit, aus der wir leben können

     

    In letzter Zeit habe ich misstrauisch auf Nachrichten

    in Zeitungen oder im Internet geschaut.

    Denn manches hat sich später als sog.  F a k e  -  News entpuppt.

     

    Mittlerweile kursieren in den Medien

    einige Vermutungen, die eine  V e r s c h w ö r u n g  wittern lassen:

    Etwa über den Ursprung des Corona-Virus

    aus einem chinesischen Forschungslabor,

    oder die Behauptung, dass uns Medikamente

    gegen das Virus vorenthalten werden,

    daneben Befürchtungen, dass Bill Gates

    eine Weltregierung aufbauen will

    und unsere Freiheit durch den Staat

    zunehmend eingeschränkt wird,

    oder zum wiederholten Male Gerüchte über einen Boykott innerhalb des Vatikans gegen Papst Franziskus, -

    und so weiter und sofort…

     

    Wie gehen wir mit solchen Vermutungen, Voraussagen,

    Erwartungen oder Befürchtungen um?

    Solche Verschwörungstheorien machen

    den einen unter uns Angst,

    die anderen werden sich darüber eher belustigen.

     

    Welcher  W a h r h e i t  sollen wir trauen,

    welcher Wahrheit sollen wir glauben?

     

    Wenn  J e s u s

    sich im heutigen Evangelium an seine Jünger wendet,

    spricht er auch ihre Ängste und Sorgen an.

    Er nimmt ihre Fragen ernst.

    Nämlich, wie es weitergeht nach dem Fortgang Jesu?

    Woran sie sich halten sollen, wenn sie auf sich alleine gestellt sind?

     

    Jesus schenkt den Jüngern Trost und Ermutigung:

    Er verheißt ihnen eine Unterstützung,

    den  H e i l i g e n  G e i s t , als Beistand, der ihnen hilft

    die Dinge des Lebens wahrzunehmen

    und zu unterscheiden.

     

    Nun hält aber Jesus den Jüngern die Wahrheit

    nicht als einen Sachverhalt hin,

    sozusagen als eine sichere Tatsache,

    die überprüfbar und beweisbar ist.

    Diese Wahrheit könne die Jünger

    nur sehen und erfahren,

    wenn sie sich auf das  L e b e n  und die  L e b e n s w e i s e  J e s u  einlassen.

    Wenn sie wie ER ganz aus einer Beziehung zu Gott,

    seinem und unserem Vater, leben wollen

    und ganz seiner Liebe vertrauen.

     

    Darum ist der Geist,

    den Jesus seinen Jüngern verspricht

    nicht nur der  G e i s t  der  W a h r h e i t ,

    sondern auch der  G e i s t  der  L i e b e .

    Damit unterscheidet sich diese Wahrheit,

    von dem, wie es sonst in der Welt zugeht.

     

    Ein Erkennungsmerkmal dieser Wahrheit ist,

    dass sie mit Jesus und Gott (Gott Vater) verbindet,

    zu ihm hinführt und mehr an Leben erfahren lässt.

    Damit ist die Wahrheit, die Jesus uns nahelegt,

    eine Wahrheit, die frei macht und  z u m  L e b e n  b e f r e i t ,

    zu einem Leben im Vertrauen auf Gott

    und zu einem Leben in Liebe zum Mitmenschen.

     

    Diese Wahrheit schaut darauf,

    wie das Leben gut gelingen kann,

    wie es sich mit der Liebe leben lässt,

    mit der Gott uns liebt,

    wie wir diese Liebe weitergeben können,

    und unseren Mitmenschen begegnen sollen.

     

    Welcher Wahrheit können wir trauen?

    Sicherlich der, die uns mit Jesus

    und seinem und unserem Vater

    in Liebe verbindet

    und in der Beziehung zu ihnen wachsen lässt.

     

    Der Wahrheit, die uns ermöglicht,

    das Leben so wahrzunehmen, wie es sich uns zeigt,

    den Mitmenschen so zu sehen, wie er ist.

     

    Diese Wahrheit lässt uns die Welt

    m i t  den  l i e b e n d e n  A u g e n  G o t t e s  s e h e n …

    Sie begegnet uns in aller Offenheit,

    so wie das Leben ist,

    Doch sie schenkt uns

    Halt und Vertrauen in der Beziehung zu Gott.

     

    Jesus spricht:

    „Wer mich aber liebt,

    wird von meinem Vater geliebt werden

    und auch ich werde ihn lieben

    und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21b)

     

    Gerd Fehrenbach

    (Bildimpuls: Gerd Fehrenbach)

  • Christi Himmelfahrt

    Unter Gottes freiem Himmel…

     

    Nein, ich bin kein Freund von Skypen.

    Englischsprachige Begriffe turnen mich schon gar nicht an. Und für meine mittlerweile erwachsenen Kinder erscheine ich wahrscheinlich altbackener im Umgang mit digitalen Medien, als sie es mir manchmal humorvoll zu verstehen geben. Nun sind wir ja durch die Corona-Krise diesen Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverboten und Besuchsverboten unterworfen. Das macht es ein bisschen schwieriger im Alltag.

     

    Sich zu treffen, ist noch nicht so richtig möglich. Zumindest offiziell. Wenn dann auf Abstand oder über den Gartenzaun hinweg. Hier in der Stadt, auch in den Vororten sind die Straßen ziemlich verwaist. Da treffe ich kaum mehr jemanden. Allenfalls ein paar Jogger huschen vorbei, mit hochgezogener Kapuze oder ganz unnahbar mit Kopfhörer. War aber früher auch schon so, da die Hiesigen bekannt dafür sind, jeden noch so kurzen Weg mit dem Auto zu absolvieren. 

     

    Auf einer meiner Fahrten durch den nahen Bliesgau, wo sich der Frühling wunderbar Bahn bricht, sah ich, dass es auf dem Land wohl entspannter zugeht. Da wird ja auch nicht so viel kontrolliert und Corona ist eher fern.

     

    Ich bin skeptisch, ob sich im Laufe des Jahres eine Normalität ergibt. Ob und wieweit es einen Impfstoff geben wird, ist nicht absehbar. Die Älteren unter uns sollen besonders auf sich Acht geben. Was sich als „Zwischenzeit“ zum Atemholen anließ, wird wohl eine mittelfristige Phase.

     

    Aussetzen, Abwarten…? Klar, lässt sich der notgedrungenen Pause ein geistliches Moment abgewinnen. Manch einer wird die bewusste Enthaltsamkeit und die Reduktion auf basale Dinge zur Daseinsgestaltung begrüßen. Doch für Familien mit kleineren Kinder ist die gegenwärtige Zeit Stress pur. Und für diejenigen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, gar nicht zu sprechen.

     

    Eine ganze Menge an diametralen Erfahrungen, unterschiedlichen Wahrnehmungen, die unter uns herumschwirren. Abgesehen von den Parallelwelten, die sich durch Internet, Facebook und Co. auftun und den Informations- und Erlebnishorizont erweitern.

     

    An Christi Himmelfahrt erlebe ich bei den Gottesdiensten, die draußen stattfinden, dass wir alle ein Zuhause unter Gottes Himmel haben. Das blaue Himmelszelt symbolisiert mir die alles umspannende Liebe und Güte des Schöpfers, veranschaulicht die weit ausgebreiteten Arme unseres barmherzigen Vaters im Himmel. Ich hoffe, dass wir alle uns unter dieser Grunderfahrung des Glaubens wiederfinden können.

     

    Den aufgerichteten Blick zum Himmel lenkt der Auferstandene wieder zurück auf die irdischen Gegebenheiten und unseren Alltag. Wir sollen unsere Erde zur Wohnstätte und zu einem Zuhause für alle werden lassen - unter Gottes Himmelszelt.

    Gerd Fehrenbach

     

    „Zwei Männer in weißen Gewändern standen plötzlich bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“ (Apostelgeschichte 1,10b-11) 

  • 7. Sonntag der Osterzeit

    Kirche zwischen den Zeiten


    Ein Mensch geht fort und wir müssen von ihm Abschied nehmen. Dies erfahren wir im Alltäglichen, wenn jemand seine Familie verlässt. Besonders traurig ist es, wenn ein lieber Angehöriger verstorben ist und wir seinen oder ihren Verlust beklagen.
    Der Fortgang Jesu bedeutet für die Jünger die räumliche Trennung und den zeitlichen Abstand von ihm. Ihre Situation ist ungewiss: Woran sollen sie sich halten und wie kann es für sie weitergehen?
    Diese Situation der Jünger Jesu können wir nachempfinden in den neun Tagen zwischen dem Fest Christi Himmelfahrt und Pfingsten. In diesem Jahr erfahren wir uns durch die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben voneinander getrennt. Wir vermissen unsere Angehörigen und Freunde. Wir suchen neue Wege, um über die Distanz hinweg Nähe und Verbundenheit herzustellen. Doch haben sich unsere bisherigen Gewissheiten relativiert und erwartet uns eine andere Normalität.
    In den sog. Abschiedsreden des Johannes-Evangelium wird die Geschichte zwischen Gott und den Menschen als ein einziges Beziehungsgeschehen dargestellt. Unsere Suche nach Nähe und neuer Gemeinschaft findet ihr Gegenüber in Jesus Christi. Er spendet seinen Jüngern Trost und gibt ihnen einen hoffnungsvollen Ausblick. Indem Jesus zu seinem himmlischen Vater zurückkehrt, wird offensichtlich, dass beide eins sind und in inniger Liebe verbunden. Die Kraft dieser Liebe überwindet die Trennung durch Angst und Tod und schenkt neues Leben.
    Die Liebe Jesu zu seinem Vater und die Liebe des Vaters zu ihm öffnen sich für die Jünger. Ihnen gilt ihre ganze Sorge. Sie nehmen sie mit hinein in die Dynamik ihrer Beziehung und ihrer Liebe. Das „Ich“, nämlich Jesus – das „Du“, der Vater – das „Euch“ bzw. „sie“, die Jünger und mit ihnen wir Gläubige, bilden die Beteiligten und Mitwirkenden in einem Beziehungsgeschehen, welches aus Geben, Empfangen und Weiterschenken, aus der Liebe und ihrer liebenden Antwort Kraft und Leben erfährt.
    Wir können die Kirche als eine Gemeinschaft und ein Beziehungsgeschehen deuten. Durch den Heiligen Geist, den Jesus uns verheißen hat, erfahren wir Jesu Nähe und seine Zuwendung. Er tröstet, steht uns bei, ermuntert, belebt, erneuert, schenkt Kraft und lässt uns eines Sinnes sein. Die Kirche lebt, wenn sie sich in diese Dynamik der Liebe hineinbegibt. Sie kann auf die Liebe Gottes durch Lob, Dank und Bitte eine Antwort geben. Die Kirche als Gemeinschaft erfährt Weite und Wachstum, wenn sie zugleich offen ist für andere Menschen. Wenn sie ihnen Raum und Entfaltung anbietet, sich für die Freiheit einsetzt und die Wahrheit sucht, wenn sie ermöglicht, die Dinge so zu sehen wie sie sind und einander so anzunehmen, wie wir vor Gott sind und von ihm gewollt sind.
    Als Kirche Jesu Christi sind wir unterwegs zwischen den Zeiten, der irdischen Gegenwart Jesu unter uns Menschen und seiner erwarteten Wiederkunft am Ende aller Zeiten. Die Ungewissheit und Spannung, die wir gegenwärtig erfahren, können sich lösen, wenn wir das Leben, wie es ist, annehmen und zum Guten gestalten, nämlich in der Zuwendung zu den Mitmenschen, in der Teilhabe an ihrer Freude, ihrer Sorge und ihrer Not.
    Das ist das Geheimnis Christi, aus dem die Kirche im Innersten lebt:
    „Alles, was mein ist, ist dein; und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.“ (Joh 17,10-11a).

    Gerd Fehrenbach

    Bildnachweis: istock.com/Blanckstock

    Collage: GF

    Zusätzliche Angaben:

    Stock-Illustration-ID:1162541706

    Die Standard-Lizenz liegt auf meinen Namen vor.

    Das Bild ist von mir als Endprodukt verarbeitet (Collage). Dieses darf als solches beliebig weiterverwendet werden.

  • Pfingsten 1

    Pfingsten – ein Rap Lyric *

     

    Pfingsten 
    zeigt uns sozusagen die andere Seite 
    des Osterfestes: Denn, seit Ostern steht fest: 
    Jesus lebt und hat den Tod überwunden. 
    Er ist nicht bloß in den Himmel entschwunden.
    Die Jünger erfahren die Nähe des Auferstandenen. 
    Er haucht sie an und sie empfanden
    Heiligen Geist und erfuhren des Lebens volle Weite.

     

    Und an Pfingsten erfahren sie allermeist: 
    Diese Nähe Gottes wird allen Menschen zuteil.
    Gottes Atem schenkt allem, was da ist, Leben 
    und er führt Menschen über alle Grenzen hinweg 
    zu einer Gemeinschaft zusammen, eben!
    und verbindet sie mit Gott, das ist des Lebens Zweck.

     

    Der Friede, der von Jesus ausgeht, 
    ist einzigartig, sprich: unikal.
    Doch seine Botschaft von Frieden und Versöhnung gilt, was feststeht,

    allen. Sie geht in die ganze Welt hinaus, ist universal.
    Jesus schenkt seinen Frieden an die Jünger weiter. 
    Er sendet uns nun, heiter
    in der Gesinnung als Friedensstifter hinauszuwallen.

     

    Jesus selbst offenbart sich, wird lebendige Gott-Quelle

    für den, der glaubt,
    Kraftquelle, für den der ihm vertraut.
    Der Heilige Geist, der sich über allen ausgießt,
    gibt neues Leben, es sprießt
    Hoffnung auf,
    da Jesus den Durst unserer Seele sättigt,
    uns neue Lebensfülle schenkt und kräftigt.

    Wie erkennen wir das Wirken des Heiligen Geistes;
    wo sollen wir nach ihm Ausschau halten, ihn begreifen?

    Die Antwort liegt so nahe:
    „Keinem von uns ist er fern. 
    Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir…“.
     

    Zugleich ist uns der Heilige Geist näher 
    als wir uns selbst.
    Er kennt unsere Herzen und hilft uns gern
    zu beten, wo wir nach Worten 
    ringen. Wir müssen ihn nur zu Wort 
    kommen lassen und lernen, auf ihn zu hören,
    und nicht auf unseren eigenen Illusionen zu schwören.

     

    Gottes Geist wird in uns das 
    vollenden, 
    was er bereits an Gutem mit uns 
    begonnen hat.
    Nicht Angst braucht unser Leben zu bestimmen, 
    sondern die Freiheit, zu Gott zu gehören, ihn zu gewinnen.

     

    Wenn wir im Geist Jesu leben, uns von ihm leiten lassen, 
    aus seinem Beispiel und Worten zehren 
    und handeln nach seinen Lehren,
    sind wir auch im Leid, das wir ertragen 
    und im Tod, den wir sterben, 
    mit Jesu verbunden und können die Hoffnung
    in uns tragen, sein Reich zu erben,
    mit ihm aufzuerstehen, ins neue, ewige Leben zu gehen.

     

    Der Geist der Wahrheit lässt erkennen, 
    was wirklich abgeht in dieser Welt,                                                                    

    was wichtig ist, hilft er zu benennen,
    und er weist uns den Weg.
    Der Geist der Liebe spricht unser Herz an,  
    lässt uns miteinander den Weg gehen, 
    der zum Leben führen kann.

     

    Trauen wir dem Heiligen Geist! 
    Vertrauen wir uns ihm an.
    Denn Gott wagt es schon lange mit uns…!
    Bitten wir den Heiligen Geist:
    Komm zu uns, erleuchte unser Herzen mit deinem Licht.

    Amen.                                                                           

    Gerd Fehrenbach

  • Pfingsten 2

    Be inspired! – Pfingsten 2020

    Das Pendant zum christlichen Pfingstfest bildet das jüdische Schawuot, das sogenannte Wochenfest. Sieben Wochen nach dem Pessach-Fest feiern die Juden den Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai.
    Bei diesem Fest erinnern sie sich, dass das Volk Israel beim ersten Mal die Gebote von Gott als ein Geschenk erhalten hat. Doch als Mose sah, wie das Volk von Gott abtrünnig geworden war, zerschmetterte er die Steintafeln im Zorn. Beim zweiten Male mussten sich die Israeliten die Zehn Gebote durch Gehorsam gegenüber Gott verdienen. Entsprechend bitten die Juden beim Schawuot-Fest mit einem Gebet um Erlaubnis, die Zehn Gebote überhaupt vorlesen zu dürfen. Sie versammeln sich in den Synagogen, sie lesen und lernen aus der Thora, dem Gesetz Mose, sie lesen über die Erwählung der Juden als Boten Gottes für die Welt. Am Morgen des Festtages feiern sie einen Gottesdienst und tragen in einer feierlichen Form die Zehn Gebote vor, wobei sich die Gemeinde erhebt.
     

    Von den ersten Christen heißt es, dass sie eben an diesem Pfingsttag in Jerusalem zusammenkamen (Pentecosté bezeichnet die 50 Tage nach dem Pessach-Fest). Sie versammelten sich in ihren Häusern, und wie es heißt „verharrten sie alle einmütig im Gebet“ und erwarteten die Herabkunft des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 1,14). Das Kommen des Gottesgeistes erleben sie schließlich als ein Widerfahrnis und als ein Geschenk. Ihnen tritt die „Kraft von oben“ (V 1,8) nicht nur äußerlich im Wort der Hl. Schrift gegenüber (sozusagen im Buchstaben des Gesetzes). Sondern ihre Herzen selbst werden vom Gottesgeist erfüllt. Er berührt sie und senkt in ihre Herzen ein neues Denken, neue Worte und befreit sie zu einem neuen Miteinander. Diese tiefe, innere Erfahrung des Heiligen Geistes, die den ersten Christen geschenkt wurde, zeigt sich als etwas gänzlich Neues und Besonderes.

     

    Wie können wir uns öffnen für die Erfahrung des Heiligen Geistes in unserem Leben, an diesem Festtag und im Alltag des Lebens?
     

    Etwas fällt auf in der Pfingsterzählung: Die Christen bleiben nicht mehr in ihren Häusern. Sie treibt es hinaus in die Straßen und auf die öffentlichen Plätze. Sie verbleiben nicht mehr im Verbund ihrer Familien. Das Pfingstereignis sprengt die Grenzen ihrer Zugehörigkeit, es überschreitet die Schranken ihrer Herkunft und Abstammung, überwindet die Barriere der Sprache und der Nationen. Wenn Menschen vom Gottesgeist ergriffen werden, wird die bisherige Ordnung aufgehoben, die Unterschiede zwischen Mann und Frau werden überwunden, eine neue Weise der Verständigung und eine gemeinsame Sprache wird gefunden - alle sind untereinander in einem Geist verbunden…


    Damit wird uns Christen eine neue Freiheit ermöglicht und eine neue, grenzüberschreitende Gemeinschaft geschenkt. Die alte Verheißung beginnt sich zu erfüllen, dass Gott „das Antlitz dieser Erde erneuert“ (Ps 104,30) und sein Volk neu zusammenführt, welches ER sich im ersten Bund erwählt hat, und welches ER nun auf der ganzen Erde zusammenruft, und zu dessen Verkündigung ER uns als seine Heilsboten aussendet.
     

    Wenn wir diesem Geist des Anfangs unserer Kirche nachspüren, uns ihm öffnen und uns von der "Kraft von oben" erfüllen lassen, werden wir innere Zuversicht erfahren. Wir können uns bestärken lassen, in unseren Tagen Hindernisse und Unterschiede zwischen uns gleichfalls zu überwinden, etwa die Einschränkungen und Barrieren, die sich durch die Corona-Krise zwischen uns aufgebaut haben. Mit Beherztheit und Kreativität lässt sich über Distanz hinweg Verbundenheit zwischen den Menschen herstellen, können wir Brücken schlagen zwischen Jung und Alt, z.B. zu den Bewohner*innen in unseren Seniorenheimen oder zu Menschen, die durch Krankheit und Behinderung ans Haus gebunden sind. Wir werden erkennen, wo Not herrscht, finden Wege, um Armut und Bedürftigkeit zu lindern und um Gemeinschaft anzubieten, und wir werden dabei erfahren - oh Geschenk des Heiligen Geistes! - wie wir miteinander eines Sinnes sein können, als Gemeinschaft von Schwestern und Brüder unter Gottes Heiligem Geist...

     

    Be inspired!

    Entdecken wir die Spuren des Geistes im persönlichen Leben und in Gottes Wirken in dieser Welt.
    Lassen wir uns begeistern und gewinnen wir einen neuen, befreiten Blick. Leben wir neu aus den Möglichkeiten, die Gott uns schenkt.

    Lassen Sie sich einladen zum Mitsingen und Mitswingen:
    https://www.youtube.com/watch?v=0W7wG05E-mQ (Inspired-Projektchor, mit Lied “Inspired” von Joakim Arenius)

    Ja, „sie waren fassungslos vor Staunen … und alle gerieten außer sich und waren ratlos …
    [doch] „wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab …
    und [schließlich] verkündeten sie in allen Sprachen Gottes große Taten“. (Apostelgeschichte, vgl. 2,4.12a.7a.11b)

    Gerd Fehrenbach

    Bildnachweis „Be inspired“:  Schrift und Collage: GF; Hintergrundbild : gratis Online-Vorlage von Facebook

Impulse für Kinder

  • Gründonnerstag für Kinder

    Für unsere Kinder - lebendiger Gründonnerstag

    Jule darf jetzt ja nicht zur Schule gehen, deshalb muss Mama ihr viele Fragen beantworten. „Warum heißt das eigentlich Gründonnerstag? Hat das was mit Spinat oder einer Kräutersuppe zu tun?“ Mama lacht: „Meine Mutter, deine Oma hat schon früher immer Gründonnerstag unsere Kräutersuppe gekocht. Neun verschiedene Kräuter müssen hinein: Brennnessel, Brunnenkresse, Löwenzahn, Kerbel, Scharfgarbe, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Lauch kommt hinein. Ein paar kleine Kartoffeln kommen auch noch in den Topf. Die Kräuter sind gesund und auch heilkräftig. Das wissen die Leute schon lange. Gerade am Gründonnerstag erinnern uns die Kräuter daran, wie gut es Gott mit den Menschen meint.“ „Ob das noch viele Leute wissen?“, fragt Jule. Mama sagt nachdenklich: „Es wäre schade, wenn alles vergessen würde. Übrigens haben die Menschen früher am Gründonnerstag Pflanzen in die Erde gesät oder gepflanzt, weil sie davon einen besonderen Segen erwarteten. Denn jetzt kommen die Tage, an denen auch Jesus tot in die Erde gelegt und von Gott auferweckt wurde.“ 

    „Mama, feiern wir Gründonnerstag, weil wir grüne Kräuter und grünes Gemüse essen?“ „Nein mein Kind, eigentlich hat es gar nichts mit der Farbe Grün zu tun. Es kommt von dem Wort „greinen“. Es ist schon ein sehr altes Wort aus dem mittelhochdeutschen und heißt übersetzt „weinen“. Früher durften die Sünder an diesem Tag das erste Mal wieder am Gottesdienst teilnehmen. Heute denken wir aber auch daran, dass nach dem Abendmahl Jesus in großer Angst im Garten Gethsemane gebetet hat und anschließend verhaftet wurde.“

    Dann sagt die Mama: „Jetzt wollen wir zuerst den Tisch für heute Abend zum Liebesessen decken.“ Jule guckt ganz erstaunt. „Ein Liebesessen? Was ist das denn? Das hat doch sicher wieder was zu bedeuten?“ „Statt Liebesessen kannst du auch Agape sagen. Zuerst legen wir eine schöne Stofftischdecke auf den Tisch, dann holen wir das schöne Geschirr aus dem Schrank. Den Tisch dekorieren wir mit Frühlingsservietten und Blumen. Später stellen wir dann Brot, Wein, Käse und Traubensaft auf den Tisch. Zuerst wollen wir uns erinnern, wie sehr Jesus die Menschen liebt. Als seine Jünger zum gemeinsamen Mahl kamen, hat er ihnen die Füße gewaschen. Eine Aufgabe, die sonst die Diener übernahmen. Jesus erklärte ihnen, dass das ein Zeichen seiner Liebe ist. Und er sagte zu ihnen: „Alles, was ich für euch und die anderen Menschen getan habe, soll euch zeigen: so ist Gott. Gott liebt euch wirklich. Dafür stehe ich mit meinem Leben ein.“ Liebhaben ist die schönste Sache der Welt, aber nicht die einfachste. Darum heißt das letzte Mahl von Jesus und seinen Jüngern Liebesmahl. 

    Anschließend dann lesen wir die Geschichte vom letzten Abendmahl vor: Jesus sagte zu seinen Freunden: „Ich bin froh, mit euch dieses Mahl zu essen. Und er nahm das Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Brecht auch ihr das Brot und denkt an mich! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist das Zeichen, dass wir immer miteinander verbunden bleiben!“ (nach Lukas 22) Was Jesus seinen Freunden und uns allen beim Letzten Abendmahl geschenkt hat, ist kostbarer als alles. Er hat sich uns selbst geschenkt.

     

  • Karfreitag für Kinder

    Für unsere Kinder - Karfreitag

    Heute denken wir an einem traurigen Tag. Heute ist Karfreitag.

    Der Karfreitag ist der traurigste und gleichzeitig ein sehr wichtiger Tag im Christentum. Er steht für die Hinrichtung von Jesus am Kreuz. Die Silbe "Kar" ist vermutlich aus dem althochdeutschen Wort "Chara" entstanden. Es bedeutet Trauer. Sie herrscht bis zum Ostersonntag vor. In dieser Zeit besinnen sich viele Christen still auf ihren Glauben. Jesus wurde an ein Kreuz genagelt und ist langsam und qualvoll daran gestorben. Wir Christen glauben, dass Jesus für uns gestorben ist, um uns vom Tod zu erlösen. Das bedeutet: Jesus ist am Kreuz gestorben, um den Menschen zu zeigen, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist. Durch seine Auferstehung hat er gezeigt, dass die Liebe Gottes stärker ist als der Tod. Wir Christen glauben deshalb, dass die Seele nach dem Tod bei Gott weiterlebt. Außerdem glauben wir, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, um die Menschen von ihren Sünden zu befreien. Wir glauben, dass kein Mensch perfekt ist, Jesus es aber auf sich genommen hat, stellvertretend für unsere Sünden zu büßen. Das macht uns Mut und Hoffnung. 

    Als Jesus zu Tode verurteilt worden war, ging er mit dem Kreuz auf der Schulter den Weg hoch zum Ölberg. Dieser Kreuzweg ist ein Weg des Leidens, aber auch ein Weg der Liebe. Denn nur weil er uns Menschen liebt, nahm er das Kreuz an, richtete sich nach jedem Sturz wieder neu auf und akzeptierte auch den Tod. Er leidet und stirbt für jeden von uns: für dich und für mich.

    Ein Kreuzweg erzählt in 14 Stationen die Leidensgeschichte von Jesus kurz vor seinem Tod am Kreuz. Bilder zu den Stationen findest du in vielen Kirchen. Kreuzwege gibt es auch in der Natur. Sie führen oft auf einen Hügel oder Berg. Der erste Kreuzweg war die Via Dolorosa in Jerusalem. Wenn du möchtest, kannst du zu jeder der folgenden Stationen ein Bild malen. Du kannst aber auch draußen Äste suchen und diese zu einem Kreuz zusammenbinden. Da die Äste jetzt bereits schon kleine grüne Blätter haben, kannst du erkennen, dass aus etwas scheinbar Totem wieder neues Leben wächst.

    Die 14 Kreuzwegstationen:

    1.Jesus wird zum Tode verurteilt 

    2. Jesus nimmt das Kreuz an

    3. Jesus fällt zum ersten Mal

    4. Jesus begegnet seiner Mutter

    5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

    6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

    7. Jesus fällt zum zweiten Mal

    8. Jesus und die weinenden Frauen

    9. Jesus fällt zum dritten Mal

    10. Jesus wird seiner Kleider beraubt

    11. Jesus für ans Kreuz genagelt

    12. Jesus stirbt am Kreuz

    13. Jesus wird vom Kreuz genommen

    14. Jesus wird ins Grab gelegt

  • Karsamstag für Kinder

    Für unsere Kinder – Karsamstag

    Der Karsamstag erinnert uns daran, dass Jesus tot im Grab liegt. Das Grab war nicht wie bei uns üblich in der Erde, sondern eine in einen Felsen geschlagene Grabkammer. Viele Jahrhunderte sind die Menschen zum Heiligen Grab nach Jerusalem gepilgert. Nur in diesem Jahr, in dem wir alle zu Hause bleiben sollen, ist es am Heiligen Grab ganz still. Die Menschen knien und beten zu Hause. Doch wir denken schon daran, dass morgen Ostern ist. Jesus ist nicht im Tod geblieben. Die Natur verrät uns oft mehr von dem Geheimnis, als wir es sonst sagen könnten.

    Im Frühling, wenn die ersten Blumen blühen, suchen sich Schmetterlingsmamas leckere grüne Kräuterspitzen, um darauf ganz dicht nebeneinander Hunderte von kleinen winzigen Eiern abzulegen. Nach kurzer Zeit kriechen kleine Raupen aus den Eiern. Diese beginnen nun zu futtern und zu fressen, dass sie immer dicker und dicker werden. Unaufhörlich sind sie am Wachsen und am Fressen. Doch dann auf einmal sucht sich jede Raupe ein eigenes Blatt aus. Jetzt sieht es aus, als ob sie zaubern könnte: Sie spritzt feine Fäden aus sich heraus und wickelt sich ganz darin ein. Wie eine Puppe sieht sie nun aus und so heißt sie nun auch. Doch schon bald sieht diese Puppe aus wie ein vertrocknetes Blatt. Wie tot sieht es aus. Doch nur scheinbar, denn obwohl wir es nicht sehen, geschieht ganz viel. Es geschieht eine große Verwandlung. Plötzlich reißt die Haut der Puppe auf und heraus kommt ein wunderschöner Schmetterling. Er breitet seine Flügel aus und fliegt davon. Zurück bleibt wie ein altes Stück Stoff die Haut, die zerrissen am Blatt hängt.

    Jetzt seid ihr dran. Malt einen wunderschönen Schmetterling!

  • Ostersonntag für Kinder

    Für unsere Kinder – Ostersonntag

    Was hat eigentlich Ostern mit dem Osterhasen zu tun?

    Wir Christen freuen uns, dass wir heute die Auferstehung Jesu von den Toten feiern dürfen. Er ist gestorben, aber Gott hat ihn zu neuem Leben erweckt. Ostern hat also ganz viel mit neuem Leben zu tun. Neues Leben ersteht im Frühling, wenn alles nach dem Winter wieder grünt und blüht.  In dieser Zeit hoppeln auch viele Hasen über die Felder. Der Hase ist im Frühling das erste Tier, das Junge bekommt. So ist er zum Zeichen des Lebens und des Osterfestes geworden. Ähnlich ist es mit den Ostereiern: Wenn ein Küken aus einem Ei schlüpft, dann kann uns das daran erinnern, dass Jesus die Mauern seines Grabes durchbrochen hat und von den Toten auferstanden ist. Ostereier sind also nicht nur lecker, sondern auch ein Zeichen für das ewige Leben! Hühnereier, Gänseeier, Schokoladeneier oder Eier aus Porzellan - das Osterei gibt es in allen möglichen Farben und Formen. Der bekannteste Brauch an Ostern ist es, Eier zu verschenken und zu essen. Schon im 4. Jahrhundert wurden Eier als Grabbeigaben als Symbol für die Auferstehung in Gräber gelegt. Seit dem 13. Jahrhundert ist die traditionelle Farbe für Ostereier rot - als Farbe des Lebens, der Freude und auch als Symbol für das Blut Christi. 

    Mit den Ostereiern kann man auch ganz toll spielen!

    Eierkullern     

    Wer sein Ei am weitesten kullern kann, der hat gewonnen und bekommt das des anderen.

    Eierkicken

    Zwei Spieler nehmen ein Osterei in die Hand und kicken die Eier mit den Spitzen gegeneinander. Wer das Ei des anderen eindrücken kann, erhält dieses Ei. Aber selbstverständlich nur, wenn das eigene Ei heil geblieben ist.

    Eierlauf   

    Die Mitspieler legen sich je ein Osterei auf einen Suppenlöffel. Auf ein Zeichen laufen oder gehen alle zu einem bestimmten Ziel hin und zurück. Wer zuerst am Ziel ist, natürlich mit dem Ei, hat gewonnen.

    Eierbaum       

    Auf dem Boden werden mehrere Eier in Form eines Baumes mit Stamm und Ästen ausgelegt. Dann rollen die Spieler aus etwa 5 m Entfernung eine Murmel in Richtung Eierbaum. Wer gewonnen hat, erhält das getroffene Ei.

  • Ostermontag für Kinder

    Für unsere Kinder – Ostermontag

    Wer weiß was das Osterlachen ist? Am Ende des Ostergottesdienstes erzählt der Priester einen Witz. Damit will er zeigen, dass Ostern ein Fest der Freude ist und wir allen Grund haben, uns zu freuen.

    Mein Osterwitz für euch:             

    Zwei Hennen stehen vor einem Schaufenster und betrachten die bunten Oster-Eierbecher. Da sagt die eine: "Schicke Kinderwagen haben die hier!"

     

    Und zum Ende der Osterfeiertage ein Rätsel für euch. Vier der fünfzehn folgenden Sätze sind falsch. Finde sie heraus.

    • Neun verschiedene Kräuter kommen in die Kräutersuppe: Brennnessel, Brunnenkresse, Löwenzahn, Zitrone, Birnen, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Lauch.
       
    • Gründonnerstag kommt von „grienen“. Das heißt „weinen“.
       
    • Ein anderes Wort für Liebesessen ist Agape.
       
    • Jesus hat voller Angst im Garten Gethsemane gebetet.
       
    • Der römische Statthalter Pontius Pilatus hat Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt.
    • Die Soldaten haben Jesus eine Dornenkrone aufgesetzt.
    • Jesus wurde ans Kreuz genagelt.
    • Sie haben Jesus ein Grab in die Erde geschaufelt und ihn hineingelegt.
    • Eine Raupe verpuppt sich und sieht aus wie ein totes Blatt.  
    • Es gibt Schmetterlinge, die heißen „der große Fuchs“.
    • Ein Babyhase heißen Kitz.
    • An Ostern ist Jesus geboren worden.
    • Eier sind Zeichen für neues Leben.
    • Drei Frauen haben als erstes das geöffnete Grab gesehen und erfahren: „Jesus Christus ist auferstanden!“
    • Die große Osterkerze, die in der Osternacht entzündet wird, enthält immer auch Bienenwachs.
  • 2. Sonntag der Osterzeit - Weißer Sonntag für Kinder

    Eigentlich Weißer Sonntag!

    Ich kann das Wort „eigentlich“ wirklich nicht mehr hören. Doch heute muss es noch einmal genannt werden. Denn "eigentlich" würden wir morgen am Weißen Sonntag den ersten unserer drei Erstkommunion-Gottesdienste miteinander feiern. Aber bereits im März mussten wir sie schweren Herzens verschieben. Die Woche über hätten wir unsere Lieder und Texte geübt. Den Gottesdienstablauf wären wir miteinander durchgegangen, gehen und knien hätten wir geübt. Und natürlich auch das Wichtigste hätten wir vorbereitet, den Empfang der ersten heiligen Kommunion.

    Ich bin traurig, und eure Katechetinnen sind traurig. Ihr sicherlich genauso. Doch wir holen die Feier nach! Sobald wir die Möglichkeit haben, uns wieder zu sehen und Absprachen zu treffen, fangen wir wieder an zu planen.

    Bis dahin lade ich euch zu Hause zum Gebet ein. Denn das Gebet verbindet uns, egal wo wir sind.

     

    Für unsere Kinder – 2.Sonntag der Osterzeit

    Hallo, habt ihr die vier Fehler des Ostermontagsrätsels herausgefunden?

    • Zitronen und Birnen sind keine Kräuter.
    • Jesus wurde in ein Höhlengrab gelegt und nicht in die Erde.
    • Es gibt Babyhäschen und Rehkitze. Das ist nicht dasselbe.
    • Jesus ist an Ostern auferstanden. Und an Weihnachten feiern wir seinen Geburt.

    Jetzt noch eine Geschichte, zu der mich Jana Frey inspiriert hat.

     

    Lillis besonderer Geburtstag

    Vor Lillis Kinderzimmertür hört man heute Morgen ungewöhnliche Geräusche. Sie hört zuerst ein Anschleichen, ein Papierknistern und leises Flüstern. Lilli hört das mit Zufriedenheit. Denn sie weiß, diese Geräusche sind Geburtstagsgeräusche. Sie wird ganz aufgeregt und kann nicht mehr ruhig liegen bleiben. Denn Lilli hat heute Geburtstag.

    Und schon klopft es an der Tür. Noch bevor sie etwas sagen kann, öffnet sich vorsichtig die Tür einen Spalt breit. „Dürfen wir hereinkommen?“ Doch bevor sie wieder nur einen Ton sprechen kann, drängen sich nacheinander Mama, Papa und ihr großer Bruder Ben herein. „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien… “, fangen sie an zu singen. Als sie fertig sind, halten sie Lilli die Geburtstagstorte entgegen, damit sie die Kerzen auspusten kann. 

    Dann beginnt Lilli ihre Geschenke auszupacken. Schöne Geschenke haben ihr ihre Eltern und ihr Bruder gemacht. Lachend bedankt sie sich bei Ihnen. Doch von einem Moment auf den anderen ist ihr nicht mehr nach Lachen zumute und eine kleine Träne kullert ihr die Backen hinunter. „Vielen Dank für die schönen Geschenke. Doch es wäre noch viel schöner, wenn Oma und Opa und meine Freunde kommen könnten.“, sagt sie traurig. „Ja, dein Geburtstag fällt in diesem Jahr in eine komische Zeit. Sie alle dürfen dich nicht besuchen kommen und nicht von deiner Torte essen.“, meint Mama.

    „Lilli, ich habe eine Idee“, sagt Ben plötzlich. Lilli schaut ihren Bruder misstrauisch an. „Für jeden Gast, der nicht kommen darf, erfüllen wir dir einen Wunsch.“ Lilli kommt wieder ein Lächeln ins Gesicht. „Zehn Gäste sollten kommen. Da fällt mir sicherlich einiges ein.“ Papa muss zum Beispiel Schokoladenpudding kochen, Mama muss mit ihr Purzelbäume schlagen und Ben muss ganz lange mit ihr das Videospiel spielen, dass er sonst für so kindisch hält. Zwar ist in diesem Jahr der Geburtstag ganz anders als sonst, doch er hat Lilli richtig Freude gemacht. Und mit Oma und Opa und den Freunden wird sie das Fest noch nachholen.

    Welche Wünsche würden dir noch einfallen?

  • 3. Sonntag der Osterzeit für Kinder

    Für unsere Kinder – 3.Sonntag der Osterzeit

    Hallo, nächste Woche feiern wir den 1. Mai. Das ist ein Feiertag. Und wenn ihr nicht sowieso schon die ganze Zeit zu Hause wärt, würdet ihr euch über einen schulfreien Tag freuen. Noch voriges Jahr, am Abend zuvor, den 30. April, sind viele von euch durch die Straßen gelaufen und haben in der Hexennacht kleine Streiche verübt. Das wird in diesem Jahr nicht gut möglich sein. Doch warum macht ihr eure Streiche nicht zu Hause?

    Vielleicht kleine Spinnen basteln und den Familienmitgliedern ins Bett legen.  Zum Beispiel könnt ihr vom Salzstreuer die Deckel abschrauben und von innen die Löcher im Deckel mit Tesafilm zukleben. Doch dann den Deckel wieder gut zuschrauben, denn wenn er runterfällt, gibt es richtig Ärger. Aber wenn ihr es gut macht, wundern sich die Eltern, wenn kein Salz mehr aus dem Salzsteuer kommt. Euch fallen sicherlich noch viele Streiche ein. Doch denkt daran, Aprilscherze sollten lustig sein, aber nicht böswillig, verletzend oder beschädigend.

    Am 1. Mai beginnt der Marienmonat. Wir denken in diesem Monat besonders an Maria, die Mutter Jesu. Sie wohnte mit ihrem Mann Josef in der Stadt Nazareth. Wir bitten sie unsere Anliegen, unsere Gebete an Gott zu unterstützen. Wir sehen Jesus als unseren Bruder und darum Maria als unsere Mutter im Himmel. Weil wir große Hochachtung vor ihr haben, wird sie auch mit einer Krone als Königin dargestellt. Früher haben wir zu Hause am 1. Mai immer einen kleinen Maialtar aufgebaut. Sicherlich fragst du dich jetzt, was das ist. Ich erkläre es dir gleich. Doch du kannst auch deine Oma und deine Mama danach fragen. Zuerst sucht man sich einen Ort, wo das Maialtärchen einen Monat lang stehen kann. Das geht auf einem kleinen Schrank oder einem kleinen Tisch. Dort legst du zwei, drei dicke Bücher, die du im Mai nicht lesen willst, in der Mitte übereinander gestapelt ab. Darüber breitest du eine kleine Tischdecke aus. Jetzt machst du dich auf die Suche nach einer kleinen Marienstatue. Falls du keine findest, male eine Muttergottes oder drucke eine am Computer aus. Klebe sie auf dicke Pappe, schneide aus dem Pappkarton auch einen Ständer aus und klebe ihn auf der Rückseite an. Deine Marienfigur stellst du nun auf deinen kleinen Altar. Jetzt kommt die Dekoration. Du kannst kleine Väschen mit Blumen aufstellen oder Dekoblumen dazulegen; vielleicht hast du auch ein paar bunt bemalte Steine. Nun kannst du dich jeden Tag an deinen Marienaltar stellen und dort das alte Gebet sprechen:

    Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

  • 4. Sonntag der Osterzeit für Kinder

    4.Sonntag der Osterzeit

    Hallo,
    ich habe euch ja schon am letzten Sonntag von Maria, der Mutter von Jesus berichtet. Heute will ich euch sagen, was ich von Maria noch weiß:

    Es wird erzählt, dass sie in Israel lebte und ihre Eltern Joachim und Anna hießen. Was wir sonst noch von ihr wissen, kann man in der Bibel nachlesen. Und es beginnt damit, dass Maria, ein junges Mädchen aus der Stadt Nazareth, von einem Engel besucht wurde. Er sagte: „Gegrüßet seist du, Maria, Gott ist mit dir! Fürchte dich nicht.“ Er sagte ihr, dass sie ein Kind bekommen wird, einen Sohn. Und sie soll ihn Jesus nennen. Und dass dieser einmal der Sohn Gottes genannt wird. Zu dieser Zeit war Maria schon mit Josef verlobt. Kurze Zeit später besuchte Maria ihre Cousine Elisabeth. Es war ein beschwerlicher Weg durch das Bergland von Judäa. Eine solche Reise zu Fuß war wirklich eine große Anstrengung. Doch Maria und Elisabeth freuten sich sehr sich zu sehen. Elisabeth war auch schwanger. Sie bekam einen Sohn, Johannes. Dieser begegnet uns in der Bibel wieder und wird Johannes der Täufer genannt. Doch das ist eine eigene Geschichte.

    Den nächsten Teil von Marias Geschichte kennen wir gut. Denn es ist die Weihnachtsgeschichte. Wegen einer Volkszählung mussten Maria und Josef nach Bethlehem reisen. Doch dort fanden sie keinen Platz in einer Herberge. Und so brachte Maria ihr Baby Jesus in einem Stall auf die Welt. Im Schlaf erschien Josef ein Engel und warnte ihn, dass er mit Maria und dem Kind vor Herodes nach Ägypten fliehen soll. Denn der König Herodes wollte das Kind töten, weil er Angst hatte, dass es ihm seinen Königsthron streitig machen würde. So lebte die Familie einige Zeit als ausländische Flüchtlinge in Ägypten. Erst als Jesus zwölf Jahre alt ist, hören wir in der Bibel wieder von der Familie. Mit vielen anderen Leuten war die Familie nach Jerusalem zum Osterfest gepilgert. Und dort saß Jesus am liebsten bei den gelehrten Männern im Tempel und hörte ihnen zu. Dort blieb er dann unbemerkt zurück, als sich Maria und Josef mit all den anderen auf den Rückweg machten. Als sie merkten, dass Jesus nicht bei den Heimkehrern war, machten sie sich große Sorgen. Sie suchten ihn überall, bis sie ihn im Tempel bei den Gelehrten fanden.

    Wieder hören wir viele Jahre nichts von Maria in der Bibel. Erst als Jesus schon 30 Jahre alt ist und er und Maria zu einer Hochzeit in Kana eingeladen sind. Dort bittet Maria Jesus dem Hochzeitspaar zu helfen, denn beim Fest ist kein Wein mehr da. Die Gäste hatten alles getrunken. Jesus wandelt Wasser in Wein, es ist sein erstes Wunder. Ab diesem Zeitpunkt zieht Jesus als Wanderprediger durch Israel.

    Sicherlich hat sich Maria oft Sorgen um ihn gemacht. Denn seinen Beruf als Zimmermann hat er aufgegeben und zieht von Ort zu Ort. Und sicherlich hat sie immer wieder gehört, dass er sich oft mit Sündern abgibt. Aber Maria liebt ihren Sohn, sie gibt ihn nicht auf und begleitet ihn aus der Ferne mit ihren guten Wünschen und vielen Gebeten.

    Als Jesus angeklagt und hingerichtet wird, ist sie ganz nah bei ihm. Sie steht unter dem Kreuz. Als er vom Kreuz abgenommen wurde, bleibt sie bei ihm bis er ins Grab gelegt wurde. Nach seinem Tod blieb sie bei seinen Freunden und Freundinnen. Und erfuhr so nach drei Tagen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.

    Maria wird die Mutter Gottes genannt. Doch weil sie die Mutter von Jesus ist, der auf der Erde viel Schlimmes erlebt hat und den sie mit ihren Gebeten immer begleitet hat, ist sie auch für uns eine Mutter, zu der wir immer kommen können und bei der wir immer um Hilfe bitten (=beten) dürfen.

  • 5. Sonntag der Osterzeit für Kinder

    Für unsere Kinder – 5.Sonntag der Osterzeit

    Hallo,

    heute ist Muttertag und dazu passend will ich euch eine Geschichte aus der Bibel erzählen.

    Zum König Salomon kamen zwei Frauen. Die erste Frau sprach: Mein König, ich und diese andere Frau wohnen in ein und demselben Haus. Ich bekam ein Kind. Es war ein Junge. Und drei Tage später bekam sie ihr Kind. Es war auch ein Junge. Und niemand war in dem Haus, nur wir beide. Und in der Nacht geschah es, da starb der Sohn dieser Frau. Sie hatte ihn im Schlaf erdrückt - aus Versehen. Und da, da stand sie auf in der Nacht. Sie kam an mein Bett. Ich schlief. Sie nahm meinen Sohn aus meinen Armen und legte ihren Sohn hinein. Und als ich am Morgen aufwachte, da hatte ich ein totes Kind im Arm. Ich erschrak. Aber ich sah genau hin. Und siehe: es war gar nicht mein Sohn. So redete die eine Frau vor dem König. Die andere Frau aber sprach: Nein, das ist nicht wahr. Das Kind gehört mir. Ich bin die richtige Mutter. Gib mir das Kind! Da sagte die erste: es ist mein Kind! König, gibt mir das Kind. Dann rief wieder die zweite laut: Das ist nicht wahr! Mir gehört das Kind! König Salomon sah sie an, erst die eine, dann die andere. Dann sprach er: Wie kann ich wissen, wer hier recht hat. Holt mir ein scharfes Schwert! Beide Frauen sollen das Kind bekommen. Die Diener brachten das Schwert. Da rief der König: nehmt das lebendige Kind! Teilt es in der Mitte durch! Jede Frau bekommt die Hälfte! Da aber schrie die erste Frau: Lass es nicht töten! Nein! Die andere kann es haben. König, lass es nicht töten. Die andere aber sprach zu dem König: König, tu, wie du willst. Lass das Kind mit dem Schwert zerteilen. Dann hat jede ihr Recht. Da sprach der König: Jetzt kenne ich die richtige Mutter. Er sah die erste Frau an: Du bist es. Du willst, dass es lebt. Hab keine Angst. Nimm dein Kind und geh! Ich wollte euch prüfen, euch beide. Du hast die Prüfung bestanden. Und alle Leute überall im Land hörten von diesem Wort des König Salomon. Und sie sagten: Unser König ist sehr klug und gerecht. Gott hat ihm Weisheit gegeben.

    Die richtige Mutter hat alles für ihr Kind getan. Sie hat es geschützt, sie liebt ihr Kind. Über die Liebe seiner Mutter darf man sich immer freuen. Und am Muttertag kannst du es ihr ruhig einmal sagen.

  • 6. Sonntag der Osterzeit für Kinder

    Für unsere Kinder – 6.Sonntag der Osterzeit

    Hallo, die heutige Geschichte passt noch zum Muttertag, aber auch zum Vatertag. Und eigentlich passt sie für das ganze Leben. Sie hat was damit zu tun wie wir mit unseren Eltern umgehen sollen. Doch sie passt nicht nur auf unsere Eltern, sondern auf unseren Umgang mit all unseren Mitmenschen.

    Geschrieben hat diese Geschichte Leo Tolstoi. Er war ein sehr berühmter Schriftsteller und ist schon vor über 100 Jahren gestorben. Doch seine Bücher werden auch heute noch immer gelesen und einige sind sogar verfilmt.

    Die drei Söhne

    Drei Frauen wollten Wasser holen am Brunnen. Nicht weit davon saß ein alter Mann auf einer Bank und hörte zu, wie die Frauen ihre Söhne lobten. „Mein Sohn“, sagte die erste, „ist so geschickt, dass er alles hinter sich lässt …“ „Mein Sohn“, sagte die zweite, „singt so schön wie die Nachtigall! Es gibt keinen, der eine so schöne Stimme hat wie er …“ „Und warum lobst du deinen Sohn nicht?“, fragten sie die dritte, als sie schwieg. „Er hat nichts, was ich loben könnte“, entgegnete sie. „Mein Sohn ist nur ein gewöhnlicher Junge, er hat nichts Besonderes an sich und in sich …“ Die Frauen füllten ihre Eimer und gingen heim. Der alte Mann ging langsam hinter ihnen her. Die Eimer waren schwer und die abgearbeiteten Hände schwach. Deshalb machten die Frauen eine Ruhepause, denn der Rücken tat ihnen weh. Da kamen ihnen drei Jungen entgegen. Die erste stellte sich auf die Hände und schlug Rad um Rad. Die Frauen riefen: „Welch ein geschickter Junge!“ Der zweite sang so herrlich wie die Nachtigall und die Frauen lauschten mit Tränen in den Augen. Der dritte Junge lief zu seiner Mutter, hob die Eimer auf und trug sie heim. Da fragten die Frauen den alten Mann: „Was sagst du zu unseren Söhnen?“ „Wo sind eure Söhne?“, fragte der alte Mann verwundert. „Ich sehe nur einen einzigen Sohn!“

    Die Antwort des alten Mannes hört sich für uns sehr hart an. Doch es geht in dieser Geschichte nicht um die Talente der beiden ersten Jungs, sondern um das Benehmen und Handeln des dritten Jungen. Dieser sieht, dass seine Mutter Hilfe braucht und steht ihr, ohne dass sie nachfragen muss, bei. Er gibt uns ein gutes Beispiel, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen sollten.

  • Christi Himmelfahrt und 7. Sonntag der Osterzeit für Kinder

    Für unsere Kinder – Christi Himmelfahrt und 7.Sonntag der Osterzeit

    Hallo, habt ihr eure Ostereier und Schokohasen alle gegessen? Denn die Osterzeit, an die viele schon gar nicht mehr denken, ist bald vorbei. Doch zuerst kommt noch das lange Wochenende, das mit dem Fest Christi Himmelfahrt beginnt.

    „Du Mama, im Fernsehen haben sie gesagt, dass der Feiertag am Donnerstag Christi Himmelfahrt heißt. Das klingt ja so, als ob Jesus wie auf einer Rolltreppe oder mit einem Raumschiff schnurstracks in den Himmel gefahren ist. Ich habe das in der Bibel nachgelesen. Dort steht: er wurde in den Himmel emporgehoben. Das klingt ja noch komischer.“ „Mach mal langsam. Denken wir erst einmal 40 Tage zurück. Da haben wir Ostern gefeiert. Jesus ist, nachdem er am Kreuz gestorben ist und drei Tage im Grab gelegen hat, von den Toten auferstanden. Und er ist seinen Freunden erschienen. Sie haben ihn gesehen. Aber es war anders als früher, sie haben ihn anders gesehen.“ „Ja, ihr Herz war voller Freude. Und mit dem Herzen sieht man ja am besten. Das Tolle war: Jesus hat auch mit ihnen gesprochen.“ „Da hast du recht. Und er hat ihnen auch gesagt, dass sie ihn bald nicht mehr sehen würden, dass er dann bei Gott im Himmel wäre. Und weil die Menschen sich den Himmel weit über den Wolken vorgestellt haben, haben sie in der Bibel aufgeschrieben: er wurde in den Himmel emporgehoben. Wichtig aber war für sie und ist es für uns heute: Jesus ist bei Gott, unserem Vater im Himmel. Und wir haben die gute Hoffnung, dass wir nach unserem Tod auch ganz nahe bei Gott sein werden.“ „Mama, weißt du wo der Himmel wirklich ist?“ „Ich kann dir nur sagen, wie ich mir den Himmel vorstelle. Dort wo alles gut und schön ist, dort wo ich keine Angst haben muss, dort wo Frieden herrscht und kein Streit und Krieg, dort wo es keine Krankheiten gibt, dort wo sich alle liebhaben, dort wo es keinen Hunger und Durst gibt, dort wo es keine extreme Kälte und keine extreme Hitze gibt, dort wo alle Menschen gleich sind und alle geliebt werden. Dort ist für mich Himmel. Wo und wie genau das ist, kann auch ich dir nicht sagen. Doch ich glaube es so und vertraue auf Gott, von dessen Liebe zu uns Jesus uns so viel erzählt hat.“ „Mama, können wir nicht auf der Erde auch schon ein bisschen Himmel machen?“ „Wie meinst du das?“ „Wenn wir aufeinander Rücksicht nehmen, wenn wir Abstand halten und Masken tragen, um die Gesundheit der anderen zu schützen. Wenn wir anderen helfen und nicht streiten, wenn wir auch an die Tiere und die Natur denken und auf sie achtgeben. Ich glaube mir würde noch ganz viel einfallen.“ „Ja das stimmt, überall wo so etwas getan wird, da ist ein Stück Himmel.“ „Das ist wirklich ein tolles Fest: Christi Himmelfahrt.“

    Wo ist für dich Himmel? Du kannst uns gerne deine Antwort schreiben.

  • Pfingsten - für unsere Kinder

    Hallo Kinder,

    dass Pfingsten ein wichtiges Fest ist, merken wir schon daran, dass wir zwei Feiertage haben. Wo kommt der Name „Pfingsten“ eigentlich her? Pfingsten wird 50 Tage nach Ostern gefeiert. Der 50. Tag heißt in der alten Sprache der Griechen „pentecoste“. Und du merkst es schon, aus diesem Wort ist im Laufe der Zeit das Wort „Pfingsten“ geworden. 50 Tage nach Jesu Auferstehung ist in Jerusalem etwas ganz Sensationelles passiert. In der Stadt Jerusalem wurde das Erntedankfest gefeiert und viele Menschen waren auf den Straßen unterwegs: Juden, Araber, Ägypter, Römer und viele andere drängelten sich in den Gassen und auf den Plätzen. Die Freunde Jesu waren nicht dabei. Sie hatten sich in einem Haus versteckt, denn sie hatten große Angst, dass sie genau wie Jesus gefangen genommen werden. Und dort geschah es dann. Die Freunde Jesu hörten plötzlich ein Brausen, wie bei einem sehr heftigen Sturm. Doch es war nicht draußen, sondern das ganze Haus war voll davon. Und im gleichen Augenblick spürten sie alle in sich eine Kraft, wie sie es noch nie gespürt haben. In ihren Herzen brannte es richtig und sie fühlten: das ist eine Kraft, die muss von Gott sein, die lodert in uns wie Feuer. Die erste Panik, die Angst, die Feigheit, sie waren wie weggeblasen. Sie wollten sich nicht mehr verstecken, sie mussten hinaus. Sie waren so voller Begeisterung, dass sie nicht anders konnten, als es hinauszuposaunen, was mit ihnen geschehen war. Sie rannten vors Haus und fingen an zu reden. Sie waren so begeistert, dass die Leute sagten, sie reden wie mit Feuerzungen. Ganz schnell waren sie von vielen Leuten umringt: von Bauern und Hirten, von Händlern, von Fischern und Bootsmachern, von Töpfern und Kameltreibern. Aber auch römische Soldaten und vornehme Leute aus dem königlichen Palast, reiche Kaufleute und Schriftgelehrte hörten ihnen zu. Und sie konnten es nicht fassen: ob sie Juden, Araber oder Römer waren, sie alle verstanden plötzlich, was die Freunde Jesu ihnen mit heiliger Begeisterung zuriefen. Petrus hielt eine flammende Rede: Es kommt nicht auf das Volk an, zu dem wir gehören. Menschen, die auf Jesus hören, sind einander nicht mehr fremd. Sie verstehen sich. Menschen, die zu Gott gehören, sind einander nicht Feind. Sie bemühen sich, aufeinander zuzugehen. Petrus ist so voller Begeisterung, dass er selbst nicht fassen kann, was geschehen ist und wie er plötzlich eine so mitreißende Rede halten kann. Doch er versteht, Gott hat uns den Heiligen Geist geschenkt:

    Das verwandelt uns, das macht uns mutig, das macht uns offen, das macht uns verständnisvoll, das macht uns fröhlich, das macht uns geduldig, das macht uns hilfsbereit, das macht uns rundherum lebendig.

    Die Freunde Jesu haben mit ihrem Feuer der Begeisterung an diesem Tag sehr, sehr viele Menschen angesteckt. Sie wollten auch zu den Anhängern Jesu gehören. Darum feiern wir heute dieses erste Pfingstfest als Anfang der christlichen Kirche. Früher haben die Leute übrigens vier Tage lang Pfingsten gefeiert, so wichtig war ihnen dieses Ereignis.

    Wenn du uns erzählen willst, warum du gerne zu deiner Pfarrgemeinde, also den Anhängern Jesu, gehören willst, schreib uns. Wir würden uns sehr freuen.